Gestörte Proben

25. Jänner 2009, 16.30 Uhr:
Auf Wiedersehen Probenraum!
Über drei Monate war ein Festsaal in einer Schule im 9. Wiener Gemeindebezirk unser Comedy zu Hause. "Fresco Grill" - ein kleiner Laden gleich ums Eck mit den besten Burritos der Stadt unser Goumet-Tempel und eine "2 Euro Bar" unser Nachbesprechungs-Treff. Heute haben wir unsere Zelte im Festsaal abgebaut und es geht ab in Richtung Metropol. Am Mittwoch spielen wir zum ersten Mal unser neues Programm im ausverkauften Metropol - als Testlauf für unsere große Premiere am Donnerstag.
Und dann geht es Schlag auf Schlag, die Frühlings-Tour startet und wir sind endlich auf Tour durch ganz Österreich. Da viele Termine bereits ausverkauft sind, folgen in Kürze schon die Herbst-Termine. Gibt es in wenigen Tagen unter Tourdaten zu sehen.
Ferngestörte Grüße von der ganzen Gruppe!
14. November 2008, 12.00 Uhr:
Wir haben Freunde gefunden!
Auf Facebook wurde eine ganz schön gestörte Gruppe gegründet:
Titel: "Gruppe für alle, die die ComedyHirten voi leiwand finden... "
Cool !!!
04. November 2008, 23.00 Uhr:
Der lange Weg aufs Foto-Handy!
Heute wollen wir einmal der Frage nachgehen, wie ein ComedyHirten-Stück eigentlich entsteht?
Dies ist einfach zu beantworten, man nehme vier Stimmenimitatoren, stelle sie auf die Bühne, dann fällt ihnen spontan und ohne große Anstrengung etwas Lustiges ein, das Publikum lacht, klatscht und tobt, man lässt sich zu einer Zugabe hinreißen, um sich danach endlich im Foyer bei dem einen oder anderen kleinen Bier auf die Schulter klopfen zu lassen. Die einzige Aufgabe, die man dabei hat ist, darauf zu warten, wie schöne Frauen ihre Handys vor deine Nase halten, um nicht nur Deine Nummer herauszufinden, sondern auch gleich ein Foto damit zu machen. Und das alles wegen ein paar Parodien. Herrlich!
„Christian was ist los? Schläfst schon?“
Peter Hochegger, unser Regisseur, bringt mich mit diesen Worten wieder zurück in die Realität und die spielt sich derzeit an mindestens vier Abenden in der Woche im Festsaal eines Gymnasiums im 9. Wiener Gemeindebezirk ab.
„Herbert, keine Angst, das wird schon“ (Herbert leicht tirolerisch: „Ah, i woasch nit recht.“)
„Peter, leg wenigstens während der Probe dein Handy weg“ (Peter: „Was soll ich tun, nur schnell noch das SMS.“)
„Gernot, wir haben Probe und tun jetzt nicht diskutieren“ (Gernot: „Aber nur so wird’s perfekt, bisher ist das gar nix, glaub es mir!“)
„Und Christian, bleib beim Gusenbauer in der Stimme nicht immer oben. Wann merkst dir das endlich?“ (Christian: „Tut mir leid, ich bin schon wieder umgefallen.“)
Das Leben in einer „Boygroup“ habe ich mir etwas leichter vorgestellt. Schon wieder liegen vier Probenstunden hinter und ein verzweifelter Regisseur vor mir. „Bitte lernt Euren Text, dann können wir auch leichter arbeiten“.
Ein Comedy Hirten-Stück entsteht nämlich vor allem durch eines: viel Arbeit. Zunächst durch viel schreiben, um danach noch mehr umzuschreiben, durch viel nachdenken, querdenken und noch mehr überdenken, dem Suchen und Finden von neuen Stimmen und die Erinnerung an bewährte Imitationen, um das ganze dann auch noch lustig und spannend zugleich auf die Bühne zu bringen. Licht- und Tonproben sind hier noch gar nicht aufgezählt.
Dies alles passiert gerade in diesen Tagen und Wochen. Und für wen machen wir das alles? Für uns natürlich, schließlich ist die Finanzkrise auch an uns nicht spurlos vorübergegangen und außerdem, liebe Ursula, wollen wir, dass auch du ein Foto von uns mit deinem Handy machst. Nein, wir machen das ganze natürlich nur für Sie, natürlich nur für Euch. Was gibt es nämlich schöneres als das Publikum zum Lachen zu bringen. Und genau aus diesem Grund, gib es derzeit nur eines, was die Comey Hirten ernst nehmen: ihr neues Programm.
Liebe Grüße,
Christian
30. Oktober 2008, 17.30 Uhr:
Fernsehen ohne Ende!
"Ferngestört" ist der Titel unseres neuen Live-Programmes. Gestört sind im Moment nur wir selbst, die Comedy Hirten, bestehend aus Peter, Herbert, Christian, Rolf und mir. Gestört, weil wir fernsehen ohne Ende. Sendungen von denen ich nicht mal gewusst habe, dass es sie gibt und auf dessen Erkenntnis ich auch verzichten hätte können. Fernseh-Köche die saure Gurken in Schokoladesauce tunken, Menschen die in Talk-Shows über Darmverstopfungen erzählen oder Baumeister die Mäuse jagen.
Aus all unseren Fernseh-Erlebnissen möchten wir ein Bühnenprogramm erarbeiten, aber ob wir den Fernseh-Wahnsinn bis zum 29. Jänner auch unbeschadet überstehen, weiß ich nicht. Es gibt auch kein Entkommen, ich sehe fern am Handy, am Laptop, wenn ich nach Hause komme, selbst in meinem Lieblinslokal steht neuerdings - sichtlich ein Überbleibsel der Fußball EM - so ein Kasterl und ich werde Dauerbeschallt. Wie gestört ist das Fernsehen wirklich, gibt es eine Rettung für den Konsumenten bzw. gibt es eine Rettung für das Medium Fernsehen? Bedarf das Fernsehen überhaupt einer rettenden Hand? Im Moment weiß ich die Antworten nicht, aber ich bin am besten Weg, gemeinsam mit den Hirten dahinter zu kommen.
Liebe Grüße,
Gernot






