
Dort wo das Leben noch lebenswert ist
Oder Eine Ode an St. Peter am Ottersbach
Wie sagte bereits Josef Hader so schön: „Das Leben am Land ist ja so wie das Leben noch sein soll, wir haben es nur verlernt“. St. Peter am Ottersbach, im südsteirischen Teich- und Hügelland ist ein solcher Ort. Ein Ort, wo es noch ein Gasthaus gibt, und kein Designhotel. Und dort gibt es noch einen Schlüssel für das Zimmer und keine Karte, mit der die kleine Leuchte am Türgriff zunächst drei Mal rot aufleuchtet, bis sie endlich im Sinne des Erfinders richtig verwendet wird, um dann ein kleines grünes Licht zu bekommen. Und danach gibt es auch einen Lichtschalter der gleich seine Funktion erfüllt und es gilt nicht erst diese Hotelzimmerkarte, die das erste Mal so und so gleich nach dem Betreten des Zimmers irgendwo zwischen Minibar und Bettkarte verlegt wird, in die Stromversorgungsvorrichtung zu stecken.
Das Gasthof Dunkl ist so ein Ort, wo gleich Licht ins Dunkl kommt, ein Gasthof, in welchem bei der Ankunft an einem Freitag um 14h schon 4 Dorfbewohner sitzen und beim wohl nicht ersten Bier sitzen, um dort die Woche Revue passieren zu lassen. Ein Ort, in welchem einem die Kellnerin und wohl auch Chefin des Hauses, Silvia, gleich einmal auf die allerfreundlichste Art begegnet und erzählt, dass auch schon Roland Düringer hier geschlafen hat. Ein Ort, an dem man vom Mittagessen nicht nur mehr als satt wird, sondern für einen Almdudler gespritzt auf ½ Liter, eine Frittensuppe, 1 Gemischten Salat mit Kernöl, 1 Steirerschnitzel mit Reis, nur 14,90 zahlt. Nur das Ketchup ist auch hier extra mit 20 Cent zu bezahlen, nicht in allem ist St. Peter am Ottersbach unangepasst geblieben.
Und St. Peter am Ottersbach hat eben nicht nur ein Traktormuseum, aus welchem ich schätzungsweise gezählte zwölf neue Ausstellungsstücke am Anfahrtsweg überholt habe, sondern auch ein neues Veranstaltungsmekka für die Südsteiermark, die „Ottersbachhalle“. Platz für 1200 Personen, von der EAV über Rainhard Fendrich und eben bis hin schon zu oben erwähnten Roland Düringer spielt hier alles was Rang und Namen hat. Da das Leben lebenswert ist, und hier sagt auch Silvia nicht Frühstück ist von 8h bis 10h, sondern wenn man bereits aus Termingründen um 7h aufbricht, lässt einen Silvia ohne Kaffee und ein Buttersemmel nicht weg. Es lebe das Gasthof Dunkl und überhaupt St. Peter am Ottersbach! (Und um alle Zweifler zu beseitigen, dieser Satz ist nicht satirisch gemeint)
Liebe Grüße und bis bald,
Christian
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