Donnerstag, 19. März 2009

Das Fritzl-Mantra von Wiener Neustadt.

"Seit dem Fritzl-Prozess hat Facebook eine ganz neue Bedeutung“.

Mindestens 148mal müssen uns Gernot und ich auf der Fahrt von Wien nach Wiener Neustadt diesen Satz von Herbert anhören. Wie ein buddhistischer Mönch sein Mantra sagt Herbert diese neue Pointe immer laut vor sich her, um sie ja nicht zu vergeigen. Ich wette mit mir selbst, dass er diesen Satz dennoch anders als geplant sagen wird. So viele Stärken unser Fernseher nämlich hat, so hat er doch eine kleine Schwäche. Drücken wir es einmal so aus, wenn Peter Handke ein Buch über unser Stimmwunder schreiben würde, hätte es den Titel: „Die Angst des Herbert vor der Textänderung“.

Aber im Gegensatz zum Kollegen Peter Moizi sieht sich Herbert die Textänderungen wenigstens an. Die Nichtberücksichtigung von Andi Ivanschitz im ersten ÖFB-Teamkader von Didi Constantini sollte Peter als Andi Herzog mit dem Satz: „Ah das ist komisch, weil normalerweise verlasst ja der Kapitän als letzter das sinkende Schiff“ kommentieren. Zu dieser Pointe kommt es nicht, da Peter von meiner Auflage als Hans Huber noch überraschter ist als die knapp 500 Leute im wunderschönen Stadttheater von Wiener Neustadt. Peter erklärt als Herzog auf der Bühne, dass er meine E-mail nicht gelesen hat, und dies ist dann für das Publikum so und so lustiger als die geplante Neuerung.

Mein persönlicher Höhepunkt des Abends liegt zu diesem Zeitpunkt bereits 20 Minuten zurück. Herbert Haider setzt zur neuen Pointe an und sagt: „Seit Josef Fritzl hat Facebook eine ganz neue Note“

LG
Christian

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